Gebäudeautomation: Systeme, Funktionen und Vorteile im Überblick

Mit der Technik eines Gebäudes kommt jeder von uns täglich in Berührung. Meist im Verborgenen erledigt sie hinter jeder Wand und jedem Fenster viele Prozesse. Bemerkt wird sie meistens nur dann, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Ziel bleibt es, dass alle Komponenten und Lösungen ineinandergreifen und im Ganzen eine harmonische Komposition ergeben. Was die Gebäudeautomation genau ausmacht und warum sie sich auch in Ihrem Betrieb lohnt, erfahren Sie hier.

Das Gebäude als intelligentes System

Energieeffizientes Arbeiten geschieht nicht über eine einzelne Komponente allein. Vernetzt und im ständigen Austausch müssen alle Systeme zusammenarbeiten, intelligent reagieren und sowohl für Sicherheit als auch ein hohes Maß an Komfort sorgen. Mit Gebäudeautomation (oder Domotik) sind sämtliche nicht vom Menschen ausgeführte Handlungen gemeint, welche die automatische Steuerung, Regelung, Überwachung und Optimierung der technischen Gebäudeausrüstung übernehmen. Um ein intelligentes und automatisch funktionsfähiges Gebäude zu planen und zu erstellen, benötigt man einiges an Fachwissen. Ob als Ausbildung oder gar Studium, die eigenständig arbeitende Gebäudetechnik wird immer gefragter und bald unverzichtbar.

Erklärte Ziele: Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit

Ob Security, Heizung, Kühlung, Licht, Beschattung, Tür- und Fenstertechnik: Alles ist vernetzt und in stetiger Kommunikation. Besonders in neuen öffentlichen und gewerblichen Gebäuden wie etwa in Krankenhäusern, Flughäfen, Shopping Malls, Büro- und Verwaltungsgebäuden kommen diese Automationseinheiten zum Einsatz. Aber auch Altbestand lässt sich nachrüsten und mittels Gebäudeautomation optimieren. Das Smart Building macht die Nutzung eines Gebäudes noch energieeffizienter und erhöht gleichzeitig den Komfort. Das gleiche Prinzip gibt es im Privatbau als Smart Home.

Gebäudeautomation

Drei Ebenen im Einklang wie ein Uhrwerk

Die Struktur der Gebäudeautomation umfasst drei Ebenen: die Management-, Automations- und Feldebene.

Ebene 1: Managementebene – mit Software den Überblick behalten

Die Managementebene ist für die Überwachung und Optimierung der einzelnen Anlagen zuständig. Mit einer speziellen Software können Informationen und Daten visualisiert und gespeichert werden.

Ebene 2: Automationsebene – Bindeglied als Dirigent

Die Automationsebene ist die Verbindungsstelle zwischen Feld- und Managementebene. Alle Informationen wie Schalt- und Stellbefehle werden hier zusammengetragen, ausgewertet und entweder zurückgeleitet oder an die nächste Ebene weitergegeben.

Ebene 3: Feldebene – Aktoren und Sensoren am Werk

Auf der Feldebene werden alle Funktionen ausgeführt, Daten gemessen und an die Automationsebene gemeldet. Sensoren (z. B. Temperatur-, Luftqualitäts- und Helligkeitsfühler, Bewegungsmelder, Fensterkontakte, Windgeschwindigkeits- und Niederschlagsmesser), Taster, Schalter und Aktoren (Stellmotoren für Ventile und Klappen, Schalt- und Dimmregler für die Beleuchtung, Antriebe für Sonnenschutz, Fenster und Türen) sammeln diese Werte.

Wieso lohnt sich die Investition ins Smart Building?

Die ideale Nutzung eines Gebäudes bedeutet, immer richtig zu lüften und zu heizen, den Stromverbrauch so effizient wie möglich zu gestalten, den Wasserverbrauch gering zu halten und den Gesamtenergieverbrauch stetig zu optimieren. Hier ein paar Vorteile:

Vorteil 1: Strom sparen mithilfe von Tageslicht

Ein Sensor, der Tageslicht und Helligkeit erkennt und durch den Jalousien, Innen- wie auch Außenbeleuchtung automatisch geregelten werden, soll ca. 40 Prozent Energieersparnis bringen. Würde man ein Gebäude damit nachrüsten, wären sämtliche Ausgaben in zwei bis zehn Jahren durch die Ersparnis wieder hereingeholt.

Vorteil 2: Heizen und Lüften so effizient wie nie

Jeder weiß es mittlerweile: Lüften im Winter sollte man mit weit aufgerissenen Fenstern, die man schnell wieder schließt, und gleichzeitig abgedrehten Heizkörpern. Geheizt werden sollte nur so viel wie nötig und je nach Personenzahl im Raum. Quasi wie von selbst wird das mit der Gebäudeautomation geregelt. Sensoren reagieren auf Temperaturunterschiede und das Raumklima. Bedarfsgerecht wird gelüftet und für mehr Hygiene und verbesserter Luftqualität in den Räumen gesorgt.

Vorteil 3: Sicherheit, der man vertraut

Ein vergessenes offenes Fenster, unversperrte Türen und ausgeschaltete Alarmanlage: Die Sicherheit des Gebäudes kann nach einem stressigen Tag schnell mal in Vergessenheit geraten. Inkludiert in das Gebäudenetzwerk, werden sämtliche Security-Systeme hochgefahren und die Türen verriegelt. Ganz automatisch.

Mit Fortschritt voraus

Doch sind wir lange noch nicht am Ende. Immer neue und intelligentere Systeme drängen auf den Markt. Das Gebäude wird zu mehr als nur einem Arbeits- und Aufenthaltsplatz. Es sorgt für Sicherheit, Komfort und Effizienz. Es arbeitet, reagiert und funktioniert. Es passt sich dem Menschen und seinen Bedürfnissen an, um zielgerichtet für die optimalen Bedingungen zu sorgen.

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