Künstliche Intelligenz am Bau: Ist-Stand und Perspektiven

Immer wieder muss sich die Baubranche anhören, dass sie in puncto Digitalisierung ganz am Anfang steht. Die Bereitschaft, künstliche Intelligenz zu nutzen, sei gering, bemängeln Experten. Umgekehrt führen die Betroffenen mangelnde Ressourcen und fehlendes Know-how ins Feld. Und Skeptiker fürchten gar, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz auf der Baustelle ein Job- und Qualitätskiller ist. Wir gehen der Sache auf den Grund: Welche KI-Tools sind bereits am Markt? Was kommt in den nächsten Jahren auf uns zu? Und wo sollte man künstliche Intelligenz unabhängig vom Kostenfaktor unbedingt nutzen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.

Das Wichtigste zur Künstlichen Intelligenz am Bau in Kürze

  • Experten bemängeln die geringe Bereitschaft der Baubranche zur Nutzung von KI, obwohl digitale Tools bereits standardmäßig in der Administration (Buchhaltung, Logistik, Personalplanung) eingesetzt werden.
  • Auf der Baustelle kristallisieren sich drei Hauptanwendungsgebiete für KI heraus: die Planung, die Ausführung und die Kontrolle.
  • Aktuelle und künftige Tools nutzen einfache Datenquellen (zum Beispiel Smartphone-Kameras, Helmkameras) für komplexe Analysen, Logistik-Vorschläge oder zur Erstellung von 3D-Modellen und Sanierungskonzepten.
  • Obwohl die Kosten für KI-Lösungen noch hoch sind, können KMU die notwendigen Investitionen durch Einsparungen in anderen Bereichen – etwa durch das Outsourcing zeitaufwendiger administrativer Aufgaben wie der Ausschreibungsrecherche – ermöglichen.
Darstellung der digitalen Transformation am Bau durch KI © onephoto / stock.adobe.com

KI AM BAU: GRUNDLAGEN UND MÖGLICHE EINSATZGEBIETE

Klar ist, dass digitale Tools rund um die Baustelle sinnvolle Helfer sind, genauer gesagt im administrativen Bereich. Sie werden schon jetzt standardmäßig in der Buchhaltung und Lohnverrechnung, bei der Personalplanung, zur Lagerbestandskontrolle sowie in der Logistik eingesetzt. Künstliche Intelligenz im engeren Sinn, also IT-Systeme, die sich selbstständig weiterentwickeln, machen das Marketing von Baufirmen wesentlich zielgenauer.

Doch wie sieht es auf der Baustelle selbst aus? Aktuell kristallisieren sich hier im Wesentlichen drei Einsatzgebiete für KI heraus:

1. Planung

KI-Systeme können Projektpläne im Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit prüfen, optimieren und Risiken erkennen. Außerdem errechnen sie Arbeitsschritte, Zeitpläne, Materialbedarf, Recycling/Entsorgung und auch Kosten. Dabei greifen sie stets auf aktuelle Daten zu, bis hin zu Wettervorhersagen. Ziel ist, die Bauten noch besser bzw. kostengünstiger zu machen. Oft gelingt das schon mit kleinen Anpassungen.

2. Ausführung

„KI trifft Robotik“ ist die Zukunftsdevise bei der Bauausführung. Technische Systeme füttern Bauroboter mit allen Informationen, die diese brauchen, um mit erstaunlicher Präzision zu bohren und einfache Maurerarbeiten zu verrichten. Sie erleichtern damit nicht nur körperlich anstrengende Überkopfarbeiten, sondern sind auch in Gefahrensituationen (insbesondere in großer Höhe) perfekt einsetzbar. Die Orientierung im Raum funktioniert mit Kameras.

3. Kontrolle

Die wichtigste Funktion von KI im Bauwesen dürfte schon bald die Kontrolle sein. Die Basis dafür ist der Soll-Ist-Vergleich zwischen Plänen und Umsetzung eines Bauvorhabens. Das System identifiziert auf Basis von Bildmaterial Fehler und Abweichungen. Darüber hinaus entdeckt es optische Mängel – Risse, Kratzer usw. –, die es in Plänen oder 3D-Modellen verorten kann. Damit verbunden lässt sich auch die Kostenkontrolle weiter verbessern.

GEGENWÄRTIGE UND KÜNFTIGE TOOLS

Von Start-ups bis zu namhaften Unternehmen beschäftigen sich zahlreiche IT-Anbieter mit KI für die Baustelle. Die Lösungen befinden sich teilweise noch im Planungsstadium, andere werden schon angeboten. Wir nennen an dieser Stelle bewusst keine Firmennamen, zeigen aber, was bereits möglich ist bzw. bald möglich sein wird.

Schon jetzt trägt KI zur Effizienzsteigerung bei, indem sie das Bauprojekt und die Baustellen-Umgebung analysiert, Vorschläge für die Logistik unterbreitet und die idealen Orte für temporäre Infrastruktur-Bauten wie Materialdepots erkennt, damit diese nicht irgendwann im Weg sind. Außerdem entwirft sie ein ideales Materialnutzungs-, Recycling- und Entsorgungsszenario. Die Ausgangsdaten für solche komplexen Analysen können oft recht einfach generiert werden: mit Smartphone-Kameras, auf deren Basis exakte 3D-Modelle entstehen. Spannend ist auch die Helmkamera für Bauarbeiter, die Foto- und Videodaten sammelt und Abweichungen von Bauplänen quasi in Echtzeit erkennt.

Derzeit entwickelt werden außerdem Programme, die mit Hilfe von Fotos nicht nur Schäden analysieren, sondern auch gleich Sanierungskonzepte mitliefern. Ebenfalls kurz vor der Marktreife steht eine künstliche Intelligenz zur Qualitätssicherung, die 3D-Pläne, Baufortschritte, Mängel und Kosten zu einem großen Ganzen vereint.

Wichtig ist in all diesen Anwendungsfällen, dass die Systeme Zugriff auf andere Projekte und Datenbanken haben, um ihre Analysen und Vorschläge stetig präziseren zu können.

KMU-DIGITALISIERUNG? MIT EINSPARUNGEN GEHT’S!

Das Problem an allen KI-Produkten: Die Kosten sind im Moment noch sehr hoch. Damit sind „Big Player“ bevorzugt, während innovative Klein- und Mittelbetriebe oftmals auf große Digitalisierungsschritte verzichten müssen. Oder müssen sie gar nicht? Es kommt drauf an, denn im Prinzip muss das Geld, das in KI investiert wird, nur an anderer Stelle eingespart werden.

Eine solche Einsparungsmöglichkeit ist die Administration. Viel Zeit wird zum Beispiel aufgewendet, um im Internet öffentliche Ausschreibungen und gewerbliche Hocvhbauprojekte zu sichten – und Zeit ist Geld. Eine Alternative bietet DOCUmedia: Österreichs führender Informationsdienstleister im Bauwesen übernimmt die Recherchearbeit und bereitet die Bauausschreibungen in einem eigenen Online-Suchsystem übersichtlich auf. Kunden finden die für sie passende Ausschreibung so mit wenigen Klicks.


Abschließender Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

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