Baukonjunktur in Österreich: Aktuelle Lage und Ausblick

Die österreichische Bauwirtschaft befindet sich im Wandel. Es gibt weiterhin einige anhaltende Herausforderungen, wie zum Beispiel hohe Kosten und Fachkräftemangel, aber auch erste Anzeichen für eine Stabilisierung. Steigende Auftragsbestände, ein deutlicher Zuwachs an Baubewilligungen und eine allgemein bessere Stimmung in den Unternehmen zeigen, dass die Branche langsam wieder Fahrt aufnehmen könnte. Trotz dieser positiven Signale dürfte es noch einige Zeit dauern, bis die Branche wieder zu kräftigem Wachstum zurückfindet. 

Das Wichtigste zur Baukonjunktur in Österreich in Kürze

  • Bauwirtschaft 2025 in Österreich befindet sich in einer Übergangsphase.
  • Auftragseingänge ist weiterhin rückläufig, aber die Stimmung und Auslastung der Betriebe verbessert sich.
  • Bauvolumen 2025: leichter Anstieg, Tiefbau stabilisiert sich, Wohn- und Hochbau bleibt schwach.
  • Baukosten steigen moderat, vor allem in Wohnbau.
  • Baubewilligungen 2025 deutlich gestiegen, vor allem bei Ein- und Zweifamilienhäusern.
  • Prognose 2026: leichte Erholung in Wohnbau, Nichtwohnbau und Gesamtproduktion; Tiefbau durch Sparmaßnahmen gebremst.
Bauarbeiter auf Baustelle vor Sonnenuntergang © Sondem / stock.adobe.com

Die Rahmenbedingungen für die österreichische Bauwirtschaft verändern sich derzeit spürbar. Während hohe Baukosten, anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen und die Inflation viele Unternehmen weiter belasten, mehren sich gleichzeitig die Anzeichen auf eine allmähliche Erholung. Der Artikel gibt einen Überblick über die aktuelle Lage der Baukonjunktur in Österreich und vergleicht die Entwicklung mit anderen europäischen Ländern. Außerdem werden die zentralen Faktoren erläutert, die unmittelbar zu dieser Situation geführt haben und die Branche weiterhin prägen, und es wird eine Baukonjunkturprognose für die kommenden Jahre gegeben.

Die aktuelle Lage der Baukonjunktur in Österreich

Die Bauwirtschaft in Österreich befindet sich derzeit in einem Übergang, der von verschiedenen Herausforderungen, aber auch ersten Anzeichen einer Marktbelebung geprägt ist. Nach Jahren der Wohnbaukrise und sinkender Auftragszahlen zeigen sich mittlerweile erste positive Tendenzen, die auf eine mögliche Stabilisierung und moderate Erholung hindeuten. In diesem Kapitel wird die aktuelle Lage der Baukonjunktur genauer betrachtet, insbesondere in Bezug auf die Auftragseingänge, Auftragsbestände und das Bauvolumen. Ein zentraler Punkt wird auch die Entwicklung der Baukosten und Baubewilligungen sein, da diese Faktoren maßgeblich die zukünftige Ausrichtung und Dynamik der Branche beeinflussen. Angesichts der aktuellen Unsicherheiten und der teils widersprüchlichen Marktsignale sind diese Themen besonders relevant, um die langfristigen Perspektiven der Bauwirtschaft in Österreich besser einschätzen zu können.

Wie ist die aktuelle Situation der Auftragseingänge?

Ein zentraler Indikator für die Entwicklung der österreichischen Baukonjunktur ist die Auftragslage der Baubranche. Der Auftragseingangsindex für Industrie und Bau lag im September 2025 um 2,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch laut aktueller Daten der Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk Österreich vom dritten Quartal 2025 der KMU Forschung Austria sind die Auftragseingänge beziehungsweise Umsätze der Betriebe im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2024 wurde jedoch ein noch größeres Minus von 3,8 Prozent verzeichnet, womit sich zumindest eine leichte Abschwächung des Negativtrends abzeichnet. Etwa ein Viertel der Betriebe meldete heuer Zuwächse um durchschnittlich 13,8 Prozent, rund 45 Prozent lagen auf dem Vorjahresniveau, und ein Drittel verzeichnete Rückgänge um durchschnittlich 16,6 Prozent.

Trotz dieser moderaten Rückgänge zeigen sich positive Signale: Laut Hubexo-Baubarometer bewerteten im Sommer 2025 fast 67 Prozent der Unternehmen ihre Auftragslage als gut oder befriedigend, während der Anteil der Betriebe mit unzureichender Auslastung von 37 auf 33 Prozent sank. Die Auslastung der Unternehmen und die Stimmung in der Bauwirtschaft hat sich also trotz rückläufiger Zahlen insgesamt verbessert.

Steigen die Auftragsbestände wieder?

Zwei Personen prüfen Auftragsbestände auf Laptop © chartchai / stock.adobe.com

Eine wichtige Ergänzung zum Bild der Auftragseingänge liefern die Auftragsbestände. Die aktuelle Konjunkturbeobachtung für das Baugewerbe der Wirtschaftskammer Österreich zeigt, dass der durchschnittliche Auftragsbestand im dritten Quartal 2025 bei 14,9 Wochen lag. Das entspricht einem Anstieg um eine Woche im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit erreicht der Auftragsbestand wieder einen Wert, der leicht über dem Niveau des Jahres 2023 liegt.

Der Auftragsbestand in Österreich setzt sich wie folgt zusammen:

  • 61 Prozent stammen von privaten und gewerblichen Auftraggebern,
  • 20 Prozent entfallen auf öffentliche Bauprojekte, die über Generalunternehmer und Bauträger abgewickelt werden,
  • 19 Prozent resultieren aus direkten Vergaben durch staatliche Stellen wie Bund, Länder und Gemeinden.

Der hohe Anteil privater und gewerblicher Projekte verdeutlicht, wie stark das Baugewerbe von der Investitionsbereitschaft von Haushalten und Unternehmen abhängig bleibt. Ähnlich wie in Österreich ist die Baukonjunktur in Europa stark von der Bereitschaft zu privaten und öffentlichen Investitionen geprägt. Die EUROCONSTRUCT-Experten gehen davon aus, dass öffentliche Infrastrukturprojekte in vielen europäischen Ländern die Hauptquelle für Stabilität im Bauwesen bleiben, während private Investitionen weiterhin verhalten sind, insbesondere im Wohnbau.

Wie steht es heuer um das Bauvolumen in Österreich?

Für das Jahr 2025 liegen noch keine abschließenden Zahlen zum Bauvolumen in Österreich vor. Die bisherigen Angaben beruhen daher auf Prognosen. Die Branchenradar Marktforschung geht von einem nominellen Wachstum der Bauproduktion von rund 0,5 Prozent aus, getragen vor allem vom Tiefbau. Auch das WIFO erwartet eine leichte Erholung der Bauwirtschaft und prognostiziert ein reales Wachstum von etwa 0,4 Prozent, betont jedoch, dass die Zuwachsraten weiterhin unter der Zwei-Prozent-Marke bleiben. Andere Analysen deuten darauf hin, dass das Bauvolumen insgesamt leicht stagniert, wobei der Tiefbau die positiven Impulse liefert. Eine genauere Betrachtung der einzelnen Bereiche zeigt, dass der Tiefbau die Gesamtentwicklung stabilisiert, während der private Wohnbau weiterhin bremst.

Tiefbau

Dieser Bereich profitiert von öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur, insbesondere in den Verkehr, die Energieversorgung und kommunale Netze. Die Nachfrage bleibt hier stabil.

Hochbau

Hier ist eine Stagnation zu beobachten, vor allem aufgrund hoher Finanzierungskosten, unsicherer wirtschaftlicher Aussichten und weiterhin hoher Baupreise. Besonders der Wohnbau sowie gewerbliche Bauten bleiben Schwachstellen.

Im Hinblick auf die Entwicklung der Baukonjunktur in Europa wird 2025 ebenfalls nur ein moderates Wachstum von 0,3 Prozent erwartet. Diese geringe Steigerung ist vor allem auf die schwache Entwicklung im Wohnbau zurückzuführen. Einige europäische Länder, wie Italien, leiden unter Überförderung und Marktschwankungen, was die Gesamtentwicklung bremst. Der Tiefbau bleibt jedoch auch in Europa der Sektor mit den besten Wachstumsperspektiven.

Wie haben sich die Baukosten entwickelt?

Die Baukosten bleiben eines der größten Probleme der Baubranche. Der Kostenindex für den Wohnhaus- und Siedlungsbau erreichte laut Angaben von Statistik Austria im Oktober 2025 einen Wert von 130,4 Punkten. Das entspricht einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Baukosten im Tiefbau entwickeln sich derzeit moderat. Im Straßenbau lagen die Kosten im Oktober 2025 leicht über dem Vorjahreswert, im Vergleich zum Vormonat September sind sie jedoch leicht gesunken. Ähnlich zeigt sich die Situation beim Brückenbau und im Siedlungswasserbau: Jahresvergleichsweise sind die Kosten um rund ein bis 1,2 Prozent gestiegen, im Monatsvergleich jedoch leicht gefallen. Die steigenden Baukosten, vor allem im Wohnbau, spiegeln die anhaltende Belastung der Branche wider. Die moderaten Preisänderungen im Tiefbau und Straßenbau deuten darauf hin, dass sich die Preisdynamik zwar beruhigt hat, allerdings auf einem hohen Niveau.

Ist die Anzahl der Baubewilligungen gestiegen?

Im Bereich der Baugenehmigungen zeigt sich eine überraschend positive Entwicklung. Bereits im ersten Quartal 2025 wurden 14.992 Wohnungen bewilligt. Das entspricht einem Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und einem Zuwachs von knapp 17 Prozent im Vergleich zum besonders schwachen Jahr 2023. Trotz dieser Verbesserung liegen die aktuellen Werte weiterhin deutlich unter den Niveaus der Jahre 2022 und 2021, in denen im ersten Quartal rund 18.500 beziehungsweise knapp 20.000 Wohnungen genehmigt wurden. Auffällig ist jedoch, dass der jüngste Zuwachs vor allem auf Ein- und Zweifamilienhäuser zurückzuführen ist, während Wohngebäude mit drei oder mehr Einheiten im Jahresvergleich einen Rückgang von 7 Prozent verzeichneten. Im zweiten Quartal 2025 setzte sich diese positive Grundtendenz fort. Laut der Daten von Statistik Austria wurden 14.828 Wohnungen baubewilligt, was einem Plus von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Ob dies bereits eine nachhaltige Trendumkehr im Wohnbau einleitet, bleibt jedoch abzuwarten.

Zentrale Einflussfaktoren auf die Bauwirtschaft in Österreich 2025

Die aktuelle Lage der österreichischen Bauwirtschaft wird von einer Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse geprägt. Viele dieser Faktoren wirken unabhängig voneinander, entfalten jedoch in Kombination eine spürbare Wirkung auf die Investitionsbereitschaft, die Nachfrage und die wirtschaftliche Stabilität der Baubranche. Die folgenden Punkte geben einen Überblick über jene Rahmenbedingungen, die 2025 besonders prägend sind:

Die Kosten für Wohnbaukredite haben in den vergangenen Jahren stark geschwankt. Nach einem deutlichen Anstieg sanken die Zinsen Mitte 2024 wieder, liegen jedoch weiterhin über dem Niveau vor der Zinserhöhung. Dies macht Kredite zwar wieder etwas leistbarer, erschwert jedoch nach wie vor den Bau neuer Eigenheime. Auch die verschärften Kreditvergaberichtlinien der KIM-Verordnung wirkten lange nach und haben dafür gesorgt, dass viele potenzielle Bauherren keinen Kredit aufnehmen konnten. Zwar ist die Verordnung inzwischen ausgelaufen, ihre Grundsätze werden aber weiterhin als Orientierung herangezogen.

Die Preise für Baustoffe haben sich zuletzt stabilisiert, bleiben aber insgesamt hoch. Besonders Personalkosten belasten die Bauunternehmen weiterhin. Positiv ist, dass durch die stabileren Rohstoffpreise viele Anbieter wieder fixe Baupreise offerieren, was die Planbarkeit von Bauprojekten verbessert.

Das Baugewerbe leidet nach wie vor unter einem Mangel an qualifizierten Fachkräften. Der Wettbewerb um Mitarbeiter führt zu steigenden Löhnen, was sich direkt auf die Baukosten auswirkt und die wirtschaftliche Grundlage vieler Projekte belastet.

Viele Bauträger agieren vorsichtig, was das Angebot neuer Wohnungen in den Städten verlangsamt. Gleichzeitig gewinnt der geförderte Wohnbau wieder an Dynamik, vor allem in Wien, wo größere Projekte und Nachverdichtungen geplant oder im Bau sind. Dadurch entstehen neue Chancen, auch wenn ein sprunghafter Anstieg der Baugenehmigungen aktuell noch nicht erwartet wird.

Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst die Baukonjunktur indirekt, da Haushalte und Unternehmen ihre Investitionen anpassen. Die Inflation hat sich zuletzt stabilisiert und sinkende Finanzierungskosten in Kombination mit steigenden Mieten könnten die Nachfrage nach Eigentumswohnungen wieder erhöhen. Fördermaßnahmen und steuerliche Erleichterungen sollen zusätzlich Anreize schaffen und die Branche unterstützen.

Wie ist die Prognose für die Baukonjunktur in Österreich?

Nach mehreren Jahren mit rückläufiger Bauproduktion und erheblichen Unsicherheiten zeichnet sich für 2026 eine allmähliche Erholung der österreichischen Bauwirtschaft ab. Zwar bleibt das Umfeld herausfordernd, doch mehrere Indikatoren sprechen dafür, dass die Talsohle schrittweise überwunden wird.

Wohnbau: langsame Stabilisierung nach starkem Einbruch

Im Wohnbau wird 2026 nach den massiven Rückgängen der Vorjahre erstmals wieder mit einem moderaten Plus gerechnet. Die Aussichten der Baukonjunktur bewegen sich je nach Quelle zwischen +0,5 Prozent und +1,5 Prozent. Ergänzend dazu erwartet die WIFO-Prognose, dass die Wohnbauinvestitionen insgesamt 2026 um +0,5 Prozent und 2027 um +0,9 Prozent steigen werden. Ausschlaggebend dafür ist zum einen, dass die Neubautätigkeit zuvor stark zurückgefahren wurde und der Markt mittelfristig auf eine deutliche Unterversorgung zusteuert. Zum anderen verbessern sich die Finanzierungsbedingungen langsam: Die Zinsen sind gesunken, die Kreditvergabe ist nicht mehr so restriktiv wie in den Jahren zuvor, und die Nachfrage nach Wohnraum in Städten bleibt hoch. Es bleibt jedoch unklar, ob die Branche den Rückgang in den letzten Jahren nachhaltig überwinden kann: Die Branche rechnet damit, dass ein nachhaltiger Aufschwung nur dann gelingt, wenn sich Finanzierungsbedingungen weiter entspannen und der Staat geplante Unterstützungsmaßnahmen tatsächlich umsetzt.

Skyscraper mit grafischer Darstellung einer Entwicklung © Who is Danny / stock.adobe.com

Nichtwohnungsbau: Erholung setzt ein

Beim Nichtwohnbau, der zum Beispiel Büro-, Industrie- und öffentliche Gebäude umfasst, erwarten die Prognosen eine Rückkehr auf einen moderaten Wachstumspfad. Der Tiefpunkt scheint überschritten, und viele Projekte, die während der Krise zurückgestellt wurden, sollen ab 2026 wieder anlaufen. Europäische Infrastrukturprogramme sowie nationale Investitionspläne wirken unterstützend. Für das Jahr 2026 gehen Angaben des BRANCHENRADAR Bau-Journals von einem Anstieg von 0,9 Prozent in diesem Segment in Österreich aus.

Tiefbau: positive europäische Perspektive, aber nationale Unsicherheiten

Europaweit gilt der Tiefbausektor als der Sektor mit den besten Wachstumsaussichten. Maßgeblich getrieben wird diese Entwicklung durch Investitionen in Energie- und Klimaschutzprojekte sowie den Ausbau digitaler Infrastruktur, beispielsweise Glasfaser- und 5G-Netze, wie der WIFO-Monatsbericht 2/2025 (Euroconstruct-Prognose) ausführt. Diese Förderprogramme und infrastrukturellen Vorhaben führen zu erwarteten jährlichen Wachstumsraten von über zwei Prozent im Tiefbau innerhalb des EUROCONSTRUCT-Gebiets von 15 westeuropäischen sowie 4 osteuropäischen Ländern.

Für Österreich gestaltet sich die Lage jedoch differenzierter. Zwar bestehen ebenfalls Wachstumsimpulse durch Energie- und Verkehrsprojekte, gleichzeitig wirken sich Sparmaßnahmen in den öffentlichen Haushalten dämpfend aus. Besonders der Bahnausbau, der im Rahmen des restriktiven Doppelhaushalts 2025/2026 um rund 400 Millionen Euro gekürzt wurde, begrenzt die Dynamik des Tiefbaus. Weitere Unsicherheiten ergeben sich aus der Budgetlage der Gemeinden sowie der restriktiven Finanzpolitik auf Bundesebene. Infolgedessen fallen die Prognosen für 2026 für Österreich deutlich moderater aus: Im WIFO-Monatsbericht wird eine Schätzung durch EUROCONSTRUCT von -0,3 Prozent angegeben, während Hoch- und Tiefbau zusammen auf +1,6 Prozent kommen.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Bauproduktion wächst wieder leicht

Die breiteste Prognosebasis erwartet, dass die gesamte Bauproduktion in Österreich im Jahr 2026 wieder zulegt. Die Schätzungen liegen dabei zwischen +0,6 Prozent und +1,6 Prozent, je nach Segmentgewichtung und Szenario. Michael Weingärtler vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) hält ein leichtes Wachstum von 0,6 Prozent im Jahr 2026 und 1,0 Prozent im Jahr 2027 für am wahrscheinlichsten. Der Hochbau wird seiner Einschätzung nach den größten Teil zu dieser Erholung beitragen, während der Tiefbau durch finanzielle Engpässe der öffentlichen Hand gebremst werden könnte. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass das Jahr 2026 als Phase der Konsolidierung und leichten Expansion in die Statistik eingehen wird, noch weit entfernt von einem kräftigen Aufschwung, aber klar erkennbar auf dem Weg aus der Krise.

Fazit: Die Bauwirtschaft zwischen Stabilisierung und vorsichtiger Erholung

Nachdem die vergangenen Jahre von deutlichen Einbußen geprägt waren, zeigt die Bauwirtschaft in Österreich nun wieder eine leichte Aufwärtsbewegung. Ein nachhaltiger Aufschwung lässt allerdings noch auf sich warten. Während Auftragseingänge und Baukosten weiterhin Herausforderungen darstellen, geben die steigenden Auftragsbestände, die optimistischere Branchenstimmung und der deutliche Zuwachs an Baubewilligungen Anlass zu verhaltenem Optimismus. Auch die Aussichten für die Baukonjunktur in 2026 zeichnen ein Bild der langsamen, aber stetigen Stabilisierung. Während Wohnbau und Nichtwohnbau voraussichtlich leicht zulegen, bleibt die Entwicklung im Tiefbau stark von politischen Rahmenbedingungen abhängig.

Entscheidend für die kommenden Jahre wird sein, wie sich Finanzierungskosten, Fördermaßnahmen und das makroökonomische Umfeld entwickeln. Ebenso werden die Investitionsbereitschaft privater Haushalte und Unternehmen sowie die Handlungsspielräume der öffentlichen Hand maßgeblich beeinflussen, wie schnell die Branche wieder nachhaltig wächst. Fest steht: Die Talsohle scheint überwunden, doch der Weg zurück zu einer robusten Baukonjunktur in Österreich bleibt schrittweise und unsicher. Für Unternehmen bedeutet dies, Chancen in wachsenden Segmenten aktiv zu nutzen, gleichzeitig jedoch flexibel und kostenbewusst zu agieren – denn Stabilität ist greifbar, aber kein Selbstläufer.

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Sina Hasselberg

Sina Hasselberg ist Online-Redakteurin und schreibt über alles, was die Baubranche bewegt: von Marktanalysen über Bautechniken bis hin zu rechtlichen Grundlagen und Vergabeverfahren. Als Soziologin betrachtet sie die Baubranche nicht nur aus einer wirtschaftlichen, sondern auch aus einer gesellschaftlichen Perspektive. Besonders interessiert sie sich dafür, wie neue Innovationen und die Digitalisierung die Arbeitsweisen in der Branche verändern. Ihr Fokus liegt auf praxisnahen Inhalten, die Fachsprache zugänglich machen und sowohl erfahrene Branchenprofis als auch Neueinsteiger:innen abholen.