Nachhaltig von unten bis oben: Wir gestalten die Gebäudehülle der Zukunft

Eine zukunftsfitte Gebäudehülle erfreut nicht nur das Auge. Sie sollte auch energiesparend, klimafreundlich und recycelbar sein, kurzum: ein klares Statement für mehr Nachhaltigkeit im Lebenszyklus eines Hauses. Eine ganz schöne Herausforderung für Baufirmen, zumal die Gebäudehülle mehr als Fassade ist. Sie umfasst alles, was den Unterschied von „innen“ und „außen“ ausmacht. Über die Gründung muss man sich also genauso Gedanken machen wie über Außenwände, Fenster bzw. Türen und nicht zuletzt Dächer. Wir haben uns alle vier Aspekte genauer angesehen und gestalten auf dieser Basis die Gebäudehülle der Zukunft.

Das Wichtigste zur Gebäudehülle der Zukunft in Kürze

  • Die Gebäudehülle, bestehend aus Gründung, Außenwänden, Fenstern/Türen und Dach, muss energiesparend, klimafreundlich und recycelbar sein, um ein Statement für mehr Nachhaltigkeit zu setzen.
  • Bei der Gründung ist eine Materialreduktion wünschenswert, während Fassaden idealerweise aus nachhaltigen Baustoffen wie Holz und Naturstein mit ökologischer Dämmung bestehen.
  • Fenster und Türen erfordern Mehrfachverglasung und langlebige Materialien; zukünftig werden sie durch smarte Automation und Solarfenster zur Energiegewinnung beitragen.
  • Dächer sollten ebenfalls umweltfreundliche Materialien und gute Dämmeigenschaften aufweisen, wobei sie zusätzlich für Solaranlagen und Begrünungen genutzt werden können.
begrünte Gebäudehülle der Zukunft © radub85 / stock.adobe.com

1. Nachhaltiges Fundament

Wir beginnen ganz unten, mit dem Fundament oder – fachsprachlich – der Gründung, die unser Gebäude vom Boden abgrenzt. Sie hat eine schwere Last zu tragen und muss in der Lage sein, diese Last an den Untergrund weiterzugeben. Ganz ohne Beton geht es dabei nicht. Dieser Baustoff wird immer öfter recycelt und entwickelt sich gerade massiv weiter (Stichwort Carbonbeton). Doch natürlich ist es wünschenswert, bei der Gründung möglichst wenig Materialaufwand zu haben – das spricht eher für die Tiefgründung mit Pfählen als für eine Flachgründung.

2. Nachhaltige Fassaden

Bei der nachhaltigen Gebäudehülle spielt Holz eine große Rolle. Es ist in Österreich in großer Menge vorhanden, dämmt von sich aus hervorragend und sorgt innen für ein angenehmes Raumklima. Ergänzt wird die Holzfassade am besten mit nachhaltigen Dämmstoffen wie Hanf oder Schafwolle.

Alternative nachhaltige Baustoffe sind Lehm, Naturstein, Ton, Ziegel und – speziell im modernen Städtebau – Glas. Auch Beton kann man hier nicht ganz ausklammern, vor allem, wenn man bei einem Gebäude hoch hinaus will. Das wiederum hat den Vorteil, dass weniger Grundfläche verbaut wird.

Neben dem Baumaterial kommt es bei den nachhaltigen Außenwänden auf die Funktionalität im laufenden Betrieb an. Damit ist vor allem gemeint: Sie sollte möglichst gut vor Kälte und Hitze schützen und den Menschen im Inneren damit beim Energiesparen helfen.

3. Nachhaltige Fenster und Türen

Ähnlich ist es bei Fenstern und Haustüren. Mehrfachverglasung, um keine Heizenergie entweichen zu lassen, ist heute schon Standard – die regelmäßige Wartung, damit auch die Dichtungen ihren Zweck erfüllen, ebenso. Das Material spielt auch hier eine Rolle: Oft wird Holz im Inneren mit Aluminium als widerstandsfähigem Außenmaterial kombiniert. Denn auch Langlebigkeit ist ein wichtiges Nachhaltigkeitskriterium.

Spätestens bei den Fenstern wird auch Digitalisierung ein Zukunftsthema. Smarte Automationstechniken stellen sicher, dass die Fenster immer genau im richtigen Moment öffnen und schließen, und regeln darüber hinaus den Sonnenschutz. Künftige Fenster können aber noch mehr: Sogenannte Solarfenster sind mit einer Photovoltaikschicht überzogen und werden somit für die Energiegewinnung genutzt. Bei einer Glasfassade kann demgemäß nahezu die ganze Gebäudehülle grünen Strom erzeugen.

nachhaltige Dächer © miss_mafalda / stock.adobe.com

4. Nachhaltige Dächer

Gründung, Fassaden, Haustür und Fenster sind fertig: Unserer nachhaltigen Gebäudehülle fehlt somit nur noch das Dach. Hier kann man vieles wiederholen, was wir in Bezug auf die anderen Hüllenteile festgestellt haben. Je umweltfreundlicher das Material, je besser die Dämmeigenschaften und je langlebiger die Konstruktion, desto besser ist das Dach – fertig.

Konkret bedeutet das, dass bei den Dächern wie beim Rest der Gebäudehülle der gesamte Lebenszyklus von der Rohstoffgewinnung über den Bau und den Betrieb bis zur Entsorgung berücksichtig werden muss, um eine Nachhaltigkeitsbilanz ziehen zu können. Neben den schon genannten Baustoffen kommt auch das Sedimentgestein Schiefer als Dachmaterial in Frage. Besonders modern ist man mit Titanzink unterwegs: Die Mischung aus Titan, Kupfer und Zink weist eine hohe Korrosionsfestigkeit auf.

Dachflächen sind außerdem naheliegende Orte für Sonnenkollektoren zur Storm- oder Wärmeerzeugung. Und sie lassen sich begrünen, um damit ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Fazit: Die Zukunft hat schon begonnen

Man merkt, dass die Gebäudehülle der Zukunft keineswegs Zukunftsmusik ist. Schon jetzt existieren Materialien und Technologie, um jeden Hüllenteil nachhaltig zu gestalten. In Zukunft wird dieses Thema noch stärker in den Vordergrund rücken, Handwerker und Baufirmen sollten sich mit diesen nachhaltigen Lösungen also auf jeden Fall beschäftigen. Die passenden öffentlichen Ausschreibungen findet man – jetzt und in Zukunft – bei DOCUmedia, Österreichs führendem Informationsdienstleister für das Bauwesen.


Abschließender Hinweis

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