Ökohäuser – kurzer Hype oder nachhaltiger Trend?
Erst die Lockdowns, dann Lieferengpässe, Personalmangel und nun auch noch die Inflation: Kein Wunder, dass die Wachstumsprognosen für die Baubranche im Jahr 2023 nur knapp über null liegen. Das WIFO geht zudem davon aus, dass die Kosten am Bau weiter steigen werden – nach den Materialkosten im Vorjahr sind nun die Löhne der Preistreiber Nummer eins. Die Energiepreise haben sich vorerst auf hohem Niveau eingependelt. Gegensteuern können Unternehmen zum einen durch Digitalisierung und die damit verbundene Effizienzsteigerung. Zum anderen rücken Ökohäuser immer stärker in den Fokus. Denn wer noch baut, baut vorzugsweise nachhaltig und energieeffizient.
Das wirft Fragen auf: Was versteht man unter einem Öko- oder Biohaus? Welche Kriterien gibt es? Und wie entwickelt sich der Markt? In diesem Blogbeitrag gibt’s die Antworten.
Das Wichtigste zu Ökohäusern in Kürze
- Im Gegensatz zum Passivhaus, das einen konkreten maximalen Wärmebedarf vorgibt, ist das Ökohaus ein ganzheitliches Denkmodell, das darauf abzielt, den CO₂-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zu reduzieren.
- Kriterien für ein Ökohaus sind die Verwendung nachhaltiger Materialien, kurze Lieferwege und eine hohe Energieeffizienz durch ausgezeichnete Dämmung und Smart-Home-Lösungen.
- Obwohl die anfänglichen Baukosten höher sein können, amortisieren sich Ökohäuser durch niedrigere Energieausgaben und staatliche Förderungen, weshalb der Markt für nachhaltiges Bauen wächst und noch nicht gesättigt ist.
Ökohaus versus Passivhaus
Zunächst eine Begriffsabgrenzung: Das Ökohaus ist nicht notwendigerweise ein Passivhaus. Passivhäuser sind Gebäude, bei denen der Wärmebedarf zum Großteil durch Sonneneinstrahlung und die Abwärme der im Haus befindlichen technischen Geräte gedeckt wird. Für eine Zertifizierung darf die Wärmezufuhr von außen 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr nicht übersteigen.
Das Ökohaus dagegen ist kein geschützter Begriff, weil es hier auch nicht um ein konkretes Gebäudekonzept geht, sondern um ein ganzheitliches Denkmodell. Ziel ist, während des ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, vom Bau über die Nutzung bis zur Entsorgung bzw. Wiederverwertung der Bauteile. Ein wichtiges Anliegen, denn fast 40 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen entstehen durch Bauen und Wohnen.
Wie wird ein Haus zum Ökohaus?
Diese Zahl lässt sich deutlich reduzieren, wenn auch nicht auf null. Denn auf Fensterglas wird man kaum verzichten können und auch nicht auf Beton für den Keller. Darüber hinaus gibt es aber eine ganze Reihe von nachhaltigen Materialien, mit denen man bereits im Errichtungsprozess Ressourcen schonen kann und gleichzeitig den Wohnkomfort verbessert. Die Hitliste dieser Materialien führen Naturstein, Lehm und (regionales) Holz an. Als Dämmstoffe eignen sich zum Beispiel Schafwolle und Hanf. Farben, Klebstoffe und Lacke auf Pflanzenbasis machen chemische Lösungsmittel unnötig.
Weitere Kriterien sind kurze Wege für Baufirmen und Lieferanten und nicht zuletzt – hier treffen sich Ökohaus und Passivhaus – die Energieeffizienz. Auch Ökohäuser sollten durch ausgezeichnete Dämmeigenschaften von Wänden, Fenstern und Türen wenig Heizenergie benötigen. Querverbindung zum Thema Digitalisierung: Smart-Home-Lösungen helfen, den Verbrauch zu reduzieren. Der im Gebäude benötigte Strom kommt idealerweise aus nachhaltigen Quellen. Außerdem ist die Qualität des Baus ein wichtiger Aspekt, weil damit die Lebensdauer verlängert wird.
Mehrkosten amortisieren sich
Die private Nachfrage nach Ökohäusern steigt, und auch immer mehr öffentliche Ausschreibungen zielen auf Nachhaltigkeitskriterien ab. Die Baukosten eines Ökohauses sind im Normalfall zwar etwas höher als bei konventionellen Bauten, doch auf der anderen Seite der Rechnung stehen die niedrigeren Energieausgaben.
Gerade in Zeiten extrem hoher Energiekosten ist den Kunden somit leicht vermittelbar, dass sich Ökohäuser über kurz oder lang amortisieren. Umso mehr, als nachhaltige Investitionen im Bereich Neubau und Sanierung großzügig gefördert werden. Die Förderkriterien und -summen werden auf Länderebene geregelt, Basis ist aber jedenfalls der Energieausweis des Gebäudes.
Der Markt ist nicht gesättigt
Einige Anbieter haben Ökohäuser bereits in ihr Portfolio aufgenommen, sogar im Fertighausbereich. Trotzdem ist der Markt angesichts der steigenden Nachfrage noch nicht gesättigt. Wer die Chance also nutzt und seine Firma in Richtung Nachhaltigkeit und Energieeffizienz weiterentwickelt, ist also keinesfalls zu spät dran. Zumal das Thema immer wichtiger wird und neue Technologien und Materialien dafür sorgen, dass der Energiespareffekt beim nachhaltigen Bauen künftig noch größer wird.
Damit sich das Umsatteln auch in mehr Aufträgen niederschlägt, sollte man sich einen Überblick über alle passenden öffentlichen Ausschreibungen verschaffen. Das gelingt am besten mit Unterstützung eines kompetenten Informationsdienstleisters. Sprechen Sie mit uns darüber, was DOCUmedia für Sie und Ihre Firma leisten kann und warum Kunden aus ganz Österreich unsere Daten nutzen. Sie werden überrascht sein …
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