7 Maßnahmen zur Bewältigung des Fachkräftemangels
Dass Fachkräfte fehlen, ist mittlerweile ein branchenübergreifendes Problem. So auch im Bauwesen, das schon seit Längerem mit dem Personalmangel zu kämpfen hat. Doch wie können Unternehmen dem entgegensteuern? Und wie sorgt man wieder für ausreichend Fachkräfte am Bau? Wir haben sieben Maßnahmen zur Bewältigung des Fachkräftemangels für Sie zusammengetragen.
Das Wichtigste zu Lösungsstrategien gegen Fachkräftemangel in Kürze
- Um die jüngere Generation anzusprechen, müssen Bauunternehmen auf digitale Präsenz setzen und mit modernen Software-Lösungen und digitalisierten Arbeitsprozessen ein frisches Auftreten zeigen.
- Strategische Personalakquise: Unternehmen müssen Stellenausschreibungen frühzeitig planen und die Anforderungen an Bewerber nicht zu streng fassen; im Gespräch sollte neben Fachkompetenz auch die Persönlichkeit zählen.
- Die betriebliche Attraktivität (Employer Branding) muss durch angemessene Bezahlung, ein gutes Arbeitsklima, zusätzliche Anreize und eine kontinuierliche Betreuung und Wertschätzung der Mitarbeiter gesteigert werden.
Fachkräftegewinnung: Auf der Suche nach Personal
Die Baubranche ist laut WKO-Studie (Mai/Juni 2021) die am stärksten vom Fachkräftemangel betroffene Branche: Insgesamt fehlen rund 200.000 Fachkräfte. Besonders der Hoch- und Tiefbau leidet unter dem Mangel an geschultem Personal. Im Hochbau fehlen 33,5 Prozent der Betriebe Mitarbeiter, im Tiefbau sind es gar 37,9 Prozent. Umsatzeinbrüche aufgrund des Personalmangels erleben zurzeit rund 58 Prozent der Unternehmen. Der Bedarf an Fachkräfte ist groß, um ausreichen Bauaufträge anzunehmen und die Zukunft der Branche zu sichern – doch die Fachkräftegewinnung ist schwieriger denn je.
Der Arbeitsmarkt so offen wie noch nie
Was für Arbeitgeber ein Fluch ist, ist für Arbeitnehmer ein Segen. Nie zuvor war der Arbeitsmarkt so offen. Bereits jeder vierte Betrieb will neues Personal einstellen. Andererseits will nur jedes 20. Unternehmen Stellen streichen, ein neues Rekordtief in dieser Statistik. Doch das entspannt die Lage am Arbeitsmarkt kaum. Der Kampf um qualifizierte Fachkräfte ist groß; je spezialisierter der Aufgabenbereich, desto stärker macht sich der Personalmangel bemerkbar. Eins ist klar, es werden Maßnahmen benötigt, um den Fachkräftebedarf zu stillen.
7 Maßnahmen zu Bewältigung des Fachkräftemangels
Egal ob Baumaschinenführer, Installateure, Maurer oder Stahl- und Bauarbeiter: Geschultes (Handwerks-)Personal ist überall gefragt und gefordert. Doch was hilft, um an qualifizierte Arbeitskräfte zu kommen? Wir haben sieben Maßnahmen zur Behebung des Personalmangels für Sie:
Strategie 1: Setzen Sie auf Mittel und Wege, die auch die jüngere Generation ansprechen
Die Generation der Millennials verbringt viel Zeit auf sozialen Netzwerken, wünscht sich eine fundierte Ausbildung und setzt auf moderne Technik. Dem gilt es zu begegnen. Neueste Software-Lösungen, digitale Arbeitsprozesse oder modernisierte Einschulungshilfen sorgen auch bei einem Traditionsbetrieb für ein frisches Auftreten.
Strategie 2: Zeigen Sie digitale Präsenz
Wer neue Mitarbeiter akquirieren möchte, sollte auf sozialen Netzwerken wie LinkedIn aktiv sein. Ein eigenes Unternehmerprofil mit interessanten und authentischen Inhalten suggeriert Offenheit gegenüber Neuem. So erzeugen Sie schneller und leichter Aufmerksamkeit, können Werbung schalten und in direkten Kontakt mit potenziellen Arbeitnehmern treten.
Strategie 3: Planen Sie mehr Zeit für Ihre Stellenausschreibungen ein
Vermeiden Sie, erst auf den letzten Drücker Stellen auszuschreiben. So geraten Sie nur unter Zeitdruck und verpassen unter Umständen am Ende Ihren optimalen Kandidaten. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Formulierung Ihrer Stellenausschreibung und profitieren Sie letztlich von einem größeren Bewerberpool.
Strategie 4: Schränken Sie die Fachkräfte-Suche nicht zu sehr ein
Setzen Sie keine zu strengen Grenzen beim Bewerber-Profil. Alter, Ausbildung und Erfahrungen sind durchaus wichtige Komponenten. Aber zu anspruchsvolle Anforderungen wirken auf potenzielle Bewerber abschreckend. Versuchen Sie daher mehr Spielraum zu lassen. Mittlerweile können viele Hard-Skills durch Software-Lösungen ergänzt werden und umgekehrt.
Strategie 5: Suchen Sie im Bewerbungsgespräch nach der geeigneten Persönlichkeit
Bewerbungsgespräche sind sehr wichtig, wenn es darum geht, den neuen potenziellen Mitarbeiter kennenzulernen. Es ist der erste persönliche Kontakt mit dem Bewerber und kann Ihnen einen Eindruck vermitteln, ob er auch wirklich ins Team passen könnte. Achten Sie daher nicht nur auf Kompetenzen und Erfahrungen, sondern auch auf Persönlichkeit und Auftreten der Person.
Strategie 6: Steigern sie Ihre betriebliche Attraktivität
Employer Branding ist das Stichwort: Wer als Arbeitgeber attraktiv wirken will, muss den Bewerbern weitere Anreize bieten. Ein gutes Arbeitsklima sowie angemessene Bezahlung sind Fixpunkte in Ihrem Portfolio. Aber auch gemeinsame Erlebnisse wie Firmenausflüge und -events zeugen von einem interessierten und partnerschaftlichen Arbeitsumfeld. Eine Kantine, Gutscheine oder andere Extras sind weitere Möglichkeiten, den Arbeitnehmern Wertschätzung entgegenzubringen.
Strategie 7: Bleiben Sie bemüht und interessiert
Sind Arbeitnehmer erst einmal eingestellt, müssen sie – Stichwort Onboarding – weiter betreut werden. Wer sich als Fachkraft allein gelassen fühlt, ist meist weniger motiviert und dadurch weniger leistungsfähig. Zeigen Sie daher Interesse und Präsenz für Ihre Mitarbeiter, nur so fühlen sich ihre Arbeitnehmer auch wirklich wertgeschätzt.
Fazit: Passende Maßnahmen gegen Fachkräftemangel helfen
Der Fachkräftemangel stellt für viele Betriebe eine große Herausforderung dar. Um sich vor möglichen personellen Engpässen zu wappnen, sollte jeder Arbeitgeber attraktive Anreize bieten. Der Arbeitgebermarkt hat sich zum Arbeitnehmermarkt entwickelt und wird es wohl noch länger bleiben. Nur wer jetzt aktiv etwas gegen den Mitarbeitermangel unternimmt, wird sich langfristig am Markt halten können.
Abschließender Hinweis
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.