Nachhaltiges Wohnen und nachhaltiges Bauen – eine enge Verbindung

Wir haben es in unserem Blog schon mehrfach betont: Fast 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen sind durch den Bau und die Nutzung von Gebäuden bedingt. Doch betrachten wir die Sache mal von der anderen Seite: Was bedeutet „nachhaltige Gebäudenutzung“? Und welchen Beitrag kann man schon im Bauprozess leisten? Wir haben nachgeforscht.

Das Wichtigste zum nachhaltigen Wohnen und Bauen in Kürze

  • Die nachhaltigste Lösung ist die Nutzung unerschöpflicher Energiequellen wie Sonne (Photovoltaik, Solarthermie), Wind- oder Wasserkraft zur autarken Strom- und Wärmeerzeugung.
  • Bauherren können durch bauliche Maßnahmen wie gute Dämmung (reduziert den Heizaufwand um 30–40 Prozent) und den Einbau von wassersparenden Armaturen Energie und Wasser sparen.
  • Auch Details wie die einfache Reinigung und Pflegeleichtigkeit von Bauteilen sowie die Integration von Smart-Home-Lösungen zur automatischen Regulierung von Beschattung und Beleuchtung tragen zur Effizienz bei.
modernes Glasgebäude im Grünen © Artinun / stock.adobe.com

Zunächst: Baufirmen können nicht alles beeinflussen und die Klimawende nicht ganz allein stemmen. Welche Möbel ein Hausbesitzer kauft zum Beispiel, welche Putzmittel verwendet werden oder wie viele Lebensmittel im Müll landen, das und vieles mehr liegt nicht in den Händen von Architekten, Maurern & Co. Wir beschäftigen uns daher ausschließlich mit den Weichen, die schon beim Bau gestellt werden können.

WOHER KOMMT DER STROM?

Die einfachste Möglichkeit, die nachhaltige Gebäudenutzung zu gewährleisten, ist nachhaltige Energie. Strom und (Heiz-)Wärme sollten also aus Quellen stammen, die unerschöpflich sind oder sich verhältnismäßig rasch regenerieren. Klassisches Beispiel: die Sonne. Sie sendet große Mengen Energie Richtung Erde aus – rund 122 Petawatt erreichen uns, das ist 7.500-mal (!) der weltweite Jahresbedarf. Nur ein kleiner Teil dieser Strahlungsenergie wird bereits ausgeschöpft, vor allem durch Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen. Das Potenzial ist also noch riesig.

Selbst die Nutzung der Umgebungswärme, zum Beispiel mit Wärmepumpen zur Warmwasserbereitung, hängt mit der Sonne zusammen. Auch Windkraft, denn Winde entstehen nur durch den Einfluss der Sonne. Und nicht zuletzt Biomasse, denn hier wird Energie umgewandelt, die Pflanzen im Zuge der Photosynthese absorbiert haben. Kein unmittelbarer Zusammenhang mit der Sonne besteht wohl nur bei Wasserkraft.

ENERGIE UND WASSER SPAREN

Dass die technologischen Voraussetzungen für die nachhaltige Energieerzeugung gegeben sind, ist schon lange bekannt. Doch spätestens mit dem Ukraine-Krieg wurde offensichtlich, dass der Import von fossilen Brennstoffen nicht zukunftsträchtig ist. Mehr noch: Durch die gestiegenen Kosten ist die autarke Energieversorgung mittlerweile auch die kostengünstigere Lösung. Eine entsprechende professionelle Beratung vorausgesetzt, sind Bau-Auftraggeber mittlerweile sicher für nachhaltige Energiequellen offen.

Ein zweiter Nachhaltigkeitshebel sind bauliche Maßnahmen, um Energie und Wasser zu sparen. Hier geht es zunächst um die Dämmung: Mit gut gedämmten Außenmauern und Dächern sowie zeitgemäßen Fenstern und Türen wird der Heizaufwand um 30 bis 40 Prozent reduziert. Auch eine stromintensive Klimaanlage im Sommer kann mit Dämmung, Beschattung und richtigem Lüften (Fenster in der Nacht auf und am Tag zu) weitgehend überflüssig werden. Optimiert werden kann dieser Effekt durch Smart-Home-Lösungen, mit denen sich die Beschattung selbst reguliert.

Wasser sparen kann man in erster Linie durch wassersparende Armaturen. Auch der Austausch alter Geräte ist ein heißer Tipp: Bei neuartigen Waschmaschinen und Geschirrspülern ist der schonende Umgang mit der Ressource Wasser Standard. Letztlich kommt es hier aber auf den Nutzer an: Das Wasser nicht sinnlos laufen lassen, duschen statt baden oder den Geschirrspüler erst einschalten, wenn er voll ist, all das hängt an den handelnden Personen.

Details © Naiyana / stock.adobe.com

AUF DETAILS ACHTEN

Sind mit Strom und Wasser die baulichen Beiträge zur nachhaltigen Gebäudenutzung also erschöpft? Nicht ganz. Oft kommt es auch auf Details an. Beispiel: Je verwinkelter ein Bauwerk ist, desto schwerer ist es zu reinigen. Die gründliche Reinigung ist aber ein wichtiges Kriterium, um die Langlebigkeit von Gebäuden zu gewährleisten. Aus dem gleichen Grund sollten Fenster und Türen möglichst pflegeleicht sein.

Zweites Beispiel: moderne Technologien. Wir haben die Beschattung schon genannt, das „Smart Home“ umfasst aber mehr. Mitdenkende Kühlschränke zum Beispiel, die auf die Tagesabläufe der Nutzer reagieren, oder Bewegungsmelder, sodass das Licht nur an ist, wenn es an sein muss. Das sind keine vordergründig baulichen Themen, können aber ab der Gebäudeplanung bedacht werden.

NACHHALTIGKEIT BEGINNT, ENDET ABER NICHT MIT DEM BAU

Zusammengefasst: Baugewerke können im Rahmen ihrer Tätigkeit nicht sicherstellen, dass nachhaltig gewohnt wird. Sie können aber den Grundstein für die nachhaltige Gebäudenutzung legen. Es lohnt sich also für alle am Bauprozess Beteiligten, sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, zumal dies in öffentlichen und gewerblichen Projekten immer öfter zum Zuschlagskriterium wird. Hat man die entsprechenden Lösungen parat, fehlen eigentlich nur noch die passenden Ausschreibungen. Die findet man bei DOCUmedia, Österreichs führendem Informationsdienstleister für die Baubranche.

Sind Sie bereits Kunde? Dann nutzen Sie das Online-Suchsystem Xplorer, um sich einen Überblick über aktuelle Ausschreibungen zu verschaffen. Wenn nicht, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf, um künftig ebenfalls top informiert zu sein.


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