Compliance
Compliance beschreibt das regeltreue und gesetzeskonforme Handeln von Unternehmen jeglicher Branche und Größe. Regelungen können dabei intern vom Unternehmen selbst festgelegt oder extern vom Gesetzgeber bestimmt werden.
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Definition: Das ist Compliance
Compliance ist ein Begriff aus der Unternehmensführung und bezieht sich auf die Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen, internen Richtlinien und Regeln innerhalb eines Unternehmens. Ein Unternehmen kann durch gesetzliche Bestimmungen wie beispielsweise das Kartellrecht an Regelkonformität gebunden sein oder aber freiwillig eigens festgelegte Standards einhalten. Agiert ein Unternehmen in mehreren Ländern, müssen die Bestimmungen aller Länder erfüllt werden.
Während der Begriff überwiegend im unternehmerischen Kontext Anwendung findet, wird Compliance auch im medizinischen Bereich verwendet. So spricht man von Compliance oder auch Adherence, wenn Patienten ärztliche Anordnungen Folge leisten und verschriebene Medikamente wie empfohlen einnehmen.
Compliance: Gesetze & freiwillige Richtlinien
Compliance findet in diversen Bereichen eines Unternehmens statt. Neben firmeninternen Vorschriften wie z.B. einem Code of Conduct, regeln diverse Gesetze und Richtlinien die regelkonforme Unternehmensführung sowohl national in Österreich als auch international in der ganzen Welt. Dabei werden unter anderem folgende Bereiche abgedeckt: Datenschutz, Steuerhinterziehung, Korruption, Arbeitsschutzgesetz und Antidiskriminierungsgesetz. Hier sind einige Beispiele:
DSGVO: Datenschutzgrundverordnung
Bestimmungen zur Verarbeitung personenbezogener Daten werden seit Mai 2018 in der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geregelt. Diese schreibt Unternehmen in Europa vor, wie diese Daten gespeichert, verarbeitet und weitergegeben werden dürfen.
CAN-SPAM Act
Seit 2003 verpflichtet der in den USA beschlossene CAN-SPAM Act zur eindeutigen Ausweisung kommerzieller E-Mails als Werbung. Darüber hinaus müssen Unternehmen allen Empfängern Opt-Out-Optionen anbieten und Widerrufs-Anfragen innerhalb von 10 Werktagen bearbeiten.
Österreichischer Corporate Governance Kodex (ÖCGK)
Im Österreichischer Corporate Governance Kodex sind Regelungen zur verantwortungsvollen Unternehmensführung von Firmen in Österreich festgehalten. Diese freiwillige Einhaltung dieser Standards soll für mehr Transparenz von börsenorientierten Unternehmen sorgen und somit zu einer Qualitätsverbesserung führen.
SOX: Sarbanes-Oxley Act
Seit 2002 regelt der Sarbanes-Oxley-Act die Finanzberichterstattung von Unternehmen, die an US-amerikanischen Börsen gelistet sind oder mit dort gelisteten Unternehmen zusammenarbeiten. Das Gesetz wurde nach den Finanzskandalen von Enron und WorldCom erlassen und dient zum Schutz von Investoren. Der SOX reguliert unter Anderem erweiterte Offenlegungspflichten über Finanzen.
Die Rolle von Compliance Management Systemen
Um die Rechtskonformität eines Unternehmens zu gewährleisten und mögliche Risiken zu umgehen, muss jede Firma unabhängig von der Unternehmensgröße für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und interner Richtlinien sorgen. Auch wenn ein Compliance Management System (CMS) rechtlich nicht verpflichtend ist, errichten viele Organisationen solch ein System selbstbestimmt. Während große Firmen oftmals ganze Abteilungen beschäftigen, die sich der Thematik der Compliance und derer Einhaltung widmen, sind in kleineren Unternehmen Einzelpersonen mit dem Compliance Management betraut. Experten, die von manchen Firmen speziell für Compliance Management verantwortlich sind, werden auch CCO (Chief Compliance Officer) genannt.
Aufgabenbereich des Chief Compliance Officers
Die Aufgabe eines Chief Compliance Officers ist es dafür zu sorgen, dass im gesamten Unternehmen alle Richtlinien und Gesetze eingehalten werden. Geschäftsführer übertragen so die Verantwortung für deren Pflicht zur Kontrolle und Aufsicht an qualifiziertes Fachpersonal. So ist es die Aufgabe des CCOs eine entsprechende Unternehmensstruktur aufzubauen, sich Kontrollmechanismen zu überlegen und diese einzuführen sowie Personal darüber zu unterrichten. Der oder die CCO haftet dafür, dass das Unternehmen gesetzeskonform handelt.
Compliance Verstöße
Wird gegen interne oder externe Richtlinien oder gar Gesetze verstoßen, so spricht man von Non-Compliance. Missachtet ein Unternehmen dabei gesetzliche Vorschriften, drohen Sanktionen in Form von exorbitanten Bußgeldern. Auch Schadenersatzklagen und eine daraus resultierende Image-Schädigung des Unternehmens sind oftmals Folgen von Non-Compliance. Interne Missachtungen von Regelungen werden unternehmensindividuell gehandhabt. Üblicherweise werden Missachtungen mit Abmahnungen der betroffenen Mitarbeiter abgestraft.