ISO 50001

Seit dem Jahr 2011 gilt die Norm ISO 50001 als internationaler Standard für ein Energiemanagementsystem. Eine Zertifizierung gemäß ISO 50001 garantiert, dass ein Unternehmen Möglichkeiten zur Einsparung identifiziert und geeignete Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ergreift. ISO ist die Abkürzung für International Organization for Standardization.

ISO 50001: Entstehungsgeschichte

Seit 2008 arbeiten die amerikanische Institution für industrielle Normung und die brasilianische ABNT (Brasilianische Vereinigung für Technische Normen) gemeinsam mit Fachleuten aus über 40 Ländern an den Leitlinien der Norm ISO 50001. Nach ihrer Veröffentlichung im Juni 2011 wurde die ISO 50001 zügig von Unternehmen und Organisationen weltweit anerkannt. Wie bei vielen ISO-Standards üblich, wird die ISO 50001 regelmäßig überprüft und aktualisiert, um sicherzustellen, dass sie weiterhin relevant und effektiv ist. Eine wichtige Überarbeitung des Standards fand im Jahr 2018 statt, wobei die ISO 50001:2018 veröffentlicht wurde.

Was regelt die ISO 50001?

Die ISO 50001 findet sektorübergreifend Anwendung in Unternehmen verschiedenster Größenordnungen. Der Standard legt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem (EnMS) in Unternehmen und Organisationen fest. Ziel ist eine kontinuierliche Optimierung des Energieverbrauchs bzw. der Energieeffizienz. Die Einführung eines Energiemanagementsystems ist grundsätzlich nicht verpflichtend. Unternehmen, die diese Norm freiwillig einführen, tragen aktiv zum Klimaschutz bei und sparen Kosten.

ISO 50001: Das Energiemanagementsystem

Das Energiemanagementsystem ermöglich einem Unternehmen, Energieziele zu definieren und geeignete Schritte zur Steigerung der energiebezogenen Effizienz einzuleiten. Die Grundlage dafür bildet die ganzheitliche Erfassung der Energieflüsse in einem Unternehmen sowie die Bewertung des Standes der Energieeffizienz. Relevante Energieaspekte werden identifiziert und organisatorische und technische Schritte eingeleitet. Das übergeordnete Ziel ist die kontinuierliche und nachhaltige energiebezogene Performanceoptimierung.

Förderung für Energiemanagement in KMU

Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie fördert kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten bei der Implementierung eines Energiemanagementsystems. Konkret gefördert werden externe Beratungsleistungen, Zertifizierungskosten, Schulungskosten sowie Investitionskosten. Der Fördersatz beträgt bis zu 50 Prozent beziehungsweise maximal 50.000 Euro pro Fördernehmer oder -nehmerin. Die Fördermaßnahme soll kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in das Energiemanagement erleichtern und die Hemmschwelle gegenüber ISO 50001 und Co. senken.

Entlastungsmaßnahmen für KMU bei ISO 50001-Zertifizierung

Für den Spitzenausgleich wird seit 2013 gemäß des Strom- und Energiesteuergesetzes ein Energiemanagement nach EN ISO 50001 oder ein anderes Umweltmanagementsystem nach EMAS-VO verlangt.

Unternehmen, die gemäß der KMU-Kriterien der Europäischen Union als klein oder mittelgroß eingestuft werden, haben die Möglichkeit, entweder einen Energieaudit gemäß EN 16247 durchzuführen oder ein "Alternatives System zur Steigerung der Energieeffizienz" gemäß dem Anhang 2 der Spitzenausgleichs-Effizienzverordnung (SpaEfV) zu implementieren. Während die Norm EN ISO 50001 eine detaillierte Analyse des Energieverbrauchs und nachfolgende umsetzbare Maßnahmen zur Effizienzsteigerung verlangt, liegt es bei einem Energieaudit oder dem "Alternativen System" im Ermessen der Unternehmen, identifizierte Optimierungsmöglichkeiten tatsächlich umzusetzen. Allerdings müssen Unternehmen, die nicht den KMU-Kriterien entsprechen, seit 2015 eine Zertifizierung nach ISO 50001 oder eine EMaS-Eintragung nachweisen.

ISO 50001: Die Ziele

Das wesentliche Ziel der ISO 50001 ist es, Organisationen dabei zu unterstützen, ihre energiebezogene Leistung (z.B. Energieeffizienz) langfristig zu verbessern. Gleichzeitig sollen Energiemanagementsysteme auch landesweit dazu beitragen, den Energiebedarf zu senken. Zu den konkreten Zielen der ISO 50001 gehören:

  • Die transparente Überwachung energiebezogener Leistungen
  • Die Reduzierung des Energieverbrauchs und der Energiekosten
  • Die Verbesserung der Energieeffizienz
  • Die Reduzierung der Umweltauswirkungen
  • Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Die Steigerung des Mitarbeiterbewusstseins

Die Zielgruppe der ISO 50001

Das Energiemanagementsystem kann von Unternehmen und Organisationen jeder Branche und Größe eingeführt werden. Die Einführung ist freiwillig. Insbesondere für produzierende, industrielle Unternehmen oder andere Einrichtungen mit erheblichem Energiebedarf kann die Einführung der ISO 50001 zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Auch für Unternehmen mit einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit kann ein international anerkanntes Energiemanagementsystem wie ISO 50001 sowohl intern als auch extern ein wichtiges Signal sein. Die Zertifizierung stärkt das vom Markt eingeforderte Vertrauen in die Dienstleistungen, Produkte und in das Unternehmen selbst.

Welche Vorteile hat eine ISO 50001-Zertifizierung?

Eine Zertifizierung des Energiemanagements bestätigt, dass ein Unternehmen oder eine Organisation die Anforderungen eines bestimmten Standards, wie z.B. die ISO 50001, erfüllt hat. Es gibt mehrere akkreditierte Zertifizierungsstellen (z.B. TÜV AUSTRIA-Zertifikat) in Österreich, die Unternehmen und Organisationen bei der Implementierung von Energiemanagementsystemen unterstützen und die Konformität mit dem ISO 50001 Standard überprüfen.

Zertifikatsvoraussetzungen

Das Zertifikat wird erteilt, wenn folgende Voraussetzungen für die Zertifizierung gegeben sind:

  • Das Unternehmen muss ein EnMS einführen, das den Anforderungen der ISO 50001 entspricht.
  • Das EnMS muss nachweislich wirksam sein.
  • Das Unternehmen muss einen Antrag auf Zertifizierung bei einer akkreditierten Zertifizierungsorganisation stellen.

Ein Zertifikat wird für eine Laufzeit von drei Jahren ausgestellt. Für die Aufrechterhaltung der Zertifikatsgültigkeit während seiner gesamten Laufzeit müssen jährlich Überwachungsaudits durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen werden.

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