PKI-Verschlüsselung
Die PKI-Verschlüsselung steht für „Public Key Infrastructure“ und ist eine Infrastruktur, die in der Informationssicherheit und der Verschlüsselungstechnologie verwendet wird. PKI ist ein System, das die Erstellung, Verwaltung, Verteilung und den Gebrauch von digitalen Schlüsseln (Public Keys und Private Keys) sowie digitalen Zertifikaten erleichtert. Basis der Verschlüsselung bilden asymmetrische kryptographische Verfahren mit privaten und öffentlichen Schlüsseln.
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PKI – Definition
Eine PKI ist die Technologie hinter digitalen Zertifikaten. Sie basiert auf einem Schlüsselpaar, bestehend aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel wird für die Verschlüsselung von Nachrichten oder Dokumenten verwendet, während der private Schlüssel geheim gehalten wird und zur Entschlüsselung dient. PKI nutzt digitale Zertifikate, die von vertrauenswürdigen Zertifizierungsstellen (CAs) signiert werden, um die Identität der Schlüsselinhaber zu bestätigen. Diese Technologie ermöglicht sichere Kommunikation, Authentifizierung und digitale Signaturen in einer Vielzahl von Anwendungen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität von digitalen Daten und Nachrichten.
Bestandteile einer PKI
Eine PKI besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten, um digitale Zertifikate zu erstellen, zu verwalten, zu verteilen und zu widerrufen. Die wichtigsten Bestandteile einer PKI sind:
- Zertifizierungsstelle (Certification Authority, CA): Dies ist die zentrale Autorität, die digitale Zertifikate ausstellt und verwaltet. Sie validiert die Identitäten der Antragsteller und bindet ihre öffentlichen Schlüssel an digitale Zertifikate, die ihre Authentizität bestätigen.
- Registrierungsstelle (Registration Authority, RA): Eine RA dient als Vermittler zwischen dem Benutzer und der CA. Sie nimmt Anträge auf Zertifikate entgegen, überprüft die Identität der Antragsteller und leitet die Anfragen an die CA weiter.
- Schlüsselpaare (Public und Private Keys): Ein Schlüsselpaar besteht aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel kann sicher geteilt werden, während der private Schlüssel geheim und sicher aufbewahrt werden muss.
- Digitale Zertifikate: Ein digitales Zertifikat ist ein elektronisch signiertes Dokument, das den öffentlichen Schlüssel einer Person oder Organisation sowie weitere Identitätsinformationen enthält. Es wird von der CA ausgestellt.
- Zertifikatsverzeichnis (Certificate Repository): Ein Speicherort oder eine Datenbank, in der digitale Zertifikate gespeichert und abgerufen werden können.
- Zertifikatswiderrufslisten (Certificate Revocation Lists, CRLs): Listen von Zertifikaten, die von der CA widerrufen wurden. Diese Listen werden regelmäßig aktualisiert und sind öffentlich zugänglich.
Sicherheitsrichtlinien und -verfahren: Richtlinien und Verfahren, die festlegen, wie die PKI betrieben wird, einschließlich der Ausstellung und Verwaltung von Zertifikaten sowie der Handhabung von Sicherheitsvorfällen.
Was ist ein digitales Zertifikat?
Ein digitales Zertifikat ist ein elektronischer Echtheitsnachweis, der von einer Zertifizierungsstelle ausgestellt wird. Ein typisches digitales Zertifikat enthält mehrere wichtige Komponenten, darunter einen öffentlichen Schlüssel, Identitätsinformationen wie Namen und E-Mail-Adressen, einen digitalen Fingerabdruck zur Integritätsüberprüfung und vor allem eine Signatur von einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle (CA).
Mit Hilfe eines digitalen Zertifikats lässt sich ein öffentlicher Schlüssel sicher einem bestimmten Besitzer zuweisen.
Was ist eine digitale Signatur?
Eine digitale Signatur ist eine elektronische Unterschrift, die das digitale Zertifikat schützt. Sie basiert auf der Verwendung von asymmetrischen Kryptoalgorithmen. Diese Art von Signatur kann nur mit einem speziellen privaten Schlüssel erzeugt werden, der dem Signierenden gehört. Zur Überprüfung der Signatur kann jedoch jeder den dazugehörigen öffentlichen Schlüssel verwenden. Der öffentliche Schlüssel ist allgemein zugänglich, ermöglicht aber nur die Bestätigung der Signatur, nicht deren Erstellung. Dadurch wird sichergestellt, dass die Signatur echt ist und nur vom Besitzer des privaten Schlüssels stammen kann.
So funktioniert eine PKI
Der IT-Administrator eines Unternehmens erzeugt die Zertifikatssignaturanforderung sowie ein kryptografisches Schlüsselpaar. Die Zertifikatsanforderung sowie der öffentliche Schlüssel werden zur Prüfung an die Registrierungsstelle gesendet. Ist die Prüfung erfolgreich, wird beides an die Zertifizierungsstelle weitergeleitet. Diese sogenannte Certificat Authority stellt das gewünschte Zertifikat aus, signiert es und schickt es an den Auftraggeber zurück.
Der IT-Administrator integriert das Zertifikat zusammen mit dem privaten Schlüssel in die Unternehmensinfrastruktur. Dadurch ist das Unternehmen in der Lage, sich bei der Übermittlung von Informationen über das Internet zu identifizieren und seinen Datenverkehr zu verschlüsseln.
Was macht eine Zertifizierungsstelle?
Eine Zertifizierungsstelle erstellt, verwaltet und annulliert digitale Zertifikate:
- Ausgabe digitaler Zertifikate: Eine Zertifizierungsstelle hat die Aufgabe, digitale Zertifikate zu erstellen und bereitzustellen. Diese Zertifikate beinhalten den öffentlichen Schlüssel des Antragstellers sowie zusätzliche Identitätsinformationen wie den Namen oder die Domain, um die Authentizität der betreffenden Entität zu bestätigen.
- Identitätsprüfung: Bevor ein Zertifikat ausgestellt wird, führt die Zertifizierungsstelle eine gründliche Überprüfung der Identität des Antragstellers durch. Abhängig von der Art des Zertifikats und den Richtlinien der Zertifizierungsstelle werden unterschiedliche Verfahren zur Identitätsüberprüfung eingesetzt, um die Richtigkeit der angegebenen Informationen zu gewährleisten.
- Annullierung von Zertifikaten: Sollte ein Zertifikat gefährdet sein oder seine Gültigkeit verlieren, hat die Zertifizierungsstelle die Befugnis, dieses zu annullieren. Dies verhindert die weitere Nutzung des Zertifikats und tritt bei Verlust oder Diebstahl des privaten Schlüssels ein.
Was versteht man unter dem „Web of Trust“?
Das „Web of Trust“ ist die dezentrale Alternative zum hierarchischen PKI-System. Es ist ein Konzept der Vertrauensverwaltung in der Welt der Kryptographie, insbesondere bei der Verwendung von PGP (Pretty Good Privacy) für sichere E-Mail-Kommunikation. Im Gegensatz zu einer Public Key Infrastructure (PKI), die zentralisierte Zertifizierungsstellen (CAs) verwendet, basiert das Web of Trust auf einem dezentralen Ansatz des Vertrauens.
In einem Web of Trust gibt es keine zentralisierte Behörde, die die Glaubwürdigkeit eines öffentlichen Schlüssels bestätigt. Stattdessen kann jeder Nutzer, inklusive sich selbst, öffentliche Schlüssel digital signieren, wodurch zur Glaubwürdigkeit und Authentizität dieser Schlüssel beigetragen wird. Wenn mehrere Inhaber von Schlüsseln die Echtheit eines öffentlichen Schlüssels eines anderen Nutzers bestätigen, wächst das Vertrauen in diesen Schlüssel innerhalb des Netzes. Dieser Prozess des Vertrauensaufbaus hilft dem Sender einer verschlüsselten Nachricht oder dem Empfänger einer signierten Nachricht, sicher zu sein, dass er tatsächlich mit dem vorgesehenen Kommunikationspartner in Kontakt steht.
Keysigning-Party
Eine Keysigning Party ist ein Event, bei dem sich Teilnehmer, die Kryptographie nutzen, persönlich treffen, um ihre öffentlichen Schlüssel zu verifizieren und gegenseitig zu signieren. Dies ist besonders in Communities verbreitet, die PGP (Pretty Good Privacy) oder GPG (GNU Privacy Guard) für sichere Kommunikation verwenden. Das Ziel einer Keysigning Party ist es, ein Web of Trust aufzubauen, indem die Authentizität der öffentlichen Schlüssel bestätigt wird.