ANKÖ

Der Auftragnehmerkataster Österreich (kurz: ANKÖ) ist ein Komplettanbieter für öffentliche Vergaben in Österreich, durch den ein reibungsloser Ablauf für alle Beteiligten in Vergabeverfahren sichergestellt wird.

Was ist der ANKÖ?

Öffentliche Auftraggeber sind gemäß §§ 50 ff. BVergG dazu verpflichtet, Aufträge öffentlich auszuschreiben. Dadurch entstehen täglich unzählige neue Projekte, die gebündelt im Auftragnehmerkataster Österreich zur Verfügung gestellt werden. Damit stellt der ANKÖ die umfassendste Ausschreibungsdatenbank in Österreich dar und regelt die transparente, effiziente und rechtssichere Vergabe. Als gemeinnütziger Verein wurde der ANKÖ 1999 durch den Zusammenschluss von öffentlichen Auftraggebern und gesetzlichen Interessensvertretungen gegründet. Er wurde mit dem Informationssicherheitszertifikat ISO 27001 ausgezeichnet, das einen hohen Schutz persönlicher Daten auszeichnet. Die Zertifizierung nach ISO 9001 gewährleistet außerdem eine hohe Qualität der Produkte.

Die Aufgaben des ANKÖ

Mit dem Auftragnehmerkataster Österreich wurde ein Komplettanbieter für das österreichische Vergabewesen gegründet. Der ANKÖ erfüllt dabei ein umfangreiches Aufgabenspektrum für die verschiedenen Stufen eines Vergabeverfahrens.

ANKÖ Vergabeportal

Eine wesentliche Aufgabe des ANKÖ ist die Veröffentlichung von aktuellen Ausschreibungen und Projekten. Als Vergabeportal sind dort alle öffentlichen Bekanntmachungen des Bundes, der Bundesländer, der Städte sowie Ausschreibungen aus dem Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union elektronisch verfügbar. Täglich werden dort etwa 2.500 neue Bekanntmachungen aus dem Bau-, Liefer- und Dienstleistungsbereich veröffentlicht.

Eignungsnachweis

Der ANKÖ enthält außerdem eine Liste geeigneter Unternehmen (LgU) für neue oder laufende Vergabeverfahren. Dort können Bieter ihre Nachweise zur Eignung bereitstellen und Auftraggebern alle relevanten Daten zugänglich machen, um den Zeitaufwand im Rahmen einer Bewerbung erheblich zu reduzieren. Dazu gehört insbesondere die Berechtigung zur Ausübung der Tätigkeit, die Leistungsfähigkeit sowie die vergaberechtliche Zuverlässigkeit gemäß den ÖNORMEN A 2050 beziehungsweise A 2051 und den Vergabegesetzen, die nur von berechtigten Auftraggebern eingesehen werden können. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Bewerbung, da Informationen für Auftraggeber direkt verfügbar sind und die Wahrscheinlichkeit für Fehler in den Nachweisen einzelner Verfahren sinkt. Derzeit sind bereits rund 11.000 Unternehmen in der LgU registriert, auf die etwa 9.000 Auftraggeber im Rahmen ihrer Auftragsvergaben zurückgreifen. Insgesamt werden außerdem jährlich im Durchschnitt 100.000 Eignungsprüfungen mithilfe der Liste geeigneter Unternehmen durchgeführt.

eVergabe+

Darüber hinaus ist der Auftragnehmerkataster Österreich ein Online-Portal für öffentliche Bekanntmachungen beziehungsweise Vergaben, welches sowohl im Ober- als auch im Unterschwellenbereich angewendet wird. Auftraggeber können ihre Projekte über die eVergabe-Plattform schnell und unkompliziert bekanntgeben, egal ob es sich dabei um Direktvergaben, Teilnahmeanträge oder öffentliche Ausschreibungen handelt. Die elektronische Vergabe umfasst den gesamten Prozess eines Vergabeverfahrens und sorgt somit für eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis. Zudem können Eignungsnachweise in der LgU mit der eVergabe verknüpft werden, wodurch die Sicherheit dessen erhöht wird. Dies ermöglicht außerdem eine rechtssichere Dokumentation und Kontrolle des Prozesses, der weiterhin auch durch persönlichen Support unterstützt wird.

eAuktion

Auftraggeber können mit dem ANKÖ, elektronische Auktionen in Echtzeit durchführen. Dadurch haben sie die Möglichkeit die Leistungen und Preise von Angeboten auf wirtschaftlicher Basis zu vergleichen und objektiv das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu ermitteln. eAuktionen im ANKÖ verlaufen einfach und rechtssicher ohne Komplikationen für die Auftraggeberseite.

Was ist die ANKÖ-Nummer?

Unternehmen erhalten im Auftragnehmerkataster Österreich eine eigene ANKÖ-Nummer. Andere Bezeichnungen dafür sind zum Beispiel Firmencode, ANKÖ-Code oder ANKÖ-LgU-Nummer. Diese fünfstellige Nummer wird einem automatisch nach der Registrierung zugewiesen und dient als Verknüpfung zur ANKÖ-eVergabe. Unternehmen können durch Angabe des Codes auf ihren Eintrag in der LgU hinweisen und Auftraggebern die Möglichkeit zur Eignungsprüfung gewähren.

Der Zweck des ANKÖ

Als zentrale Ausschreibungsdatenbank für öffentliche Aufträge in Österreich stellt der ANKÖ einen wesentlichen Bestandteil des österreichischen Vergaberechts dar. Er sorgt für einen Interessenausgleich zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern, indem die Rechte der beiden Parteien gleichermaßen in den Leistungen berücksichtigt und der Zeit- und Kostenaufwand erheblich reduziert werden. Das primäre Ziel dessen ist eine Effizienzsteigerung im öffentlichen Vergabewesen, indem Informationen gesammelt, veröffentlicht und Abläufe einheitlich innerhalb eines Netzwerkes geregelt werden. Auf diese Weise wird der ökonomische Ablauf, die Transparenz und die Sicherheit von Vergabeverfahren gefördert. Dabei muss jedoch sichergestellt werden, dass der ANKÖ regelmäßig an die wirtschaftlichen, rechtlichen oder technischen Änderungen angepasst wird. Die folgende Übersicht stellt dar, welchen Zweck der Auftragnehmerkataster sowohl für die Auftraggeber- als auch für die Auftragnehmerseite erfüllt:

Auftraggeber

Auftragnehmer

Aufträge öffentlich ausschreiben (eVergabe+)

Öffentliche Aufträge finden (Vergabeportal)

Eignungsprüfung der Bietenden (LgU)

Eignungsnachweis (LgU)

Durchführung von Auktionen (eAuktion)

Abgabe von Angeboten (eAbgabe)

Vorteile des ANKÖ

Der ANKÖ vereinfacht den gesamten Prozess sowohl für Unternehmen als auch Auftraggeber erheblich, etwa durch die Einrichtung eines individuellen Suchprofils sowie eines E-Mail Services, durch den sich Bietende automatisch über neue Ausschreibungen informieren lassen können. Diese Automatisierung kann den Rechercheaufwand von Unternehmen um ein Vielfaches reduzieren. Darüber hinaus haben Bietende die Möglichkeit im Rahmen Ihres Suchprofils nach bestimmten Auftraggebern, Auftragsgegenständen, Orten oder CPV-Codes zu suchen. Letzteres ist ein standardisierter Code für Produkte und Dienstleistungen, durch den öffentliche Aufträge europaweit klassifiziert werden.

Ein weiterer Vorteil ist zudem, wie bereits erwähnt, das umfangreiche Service-Angebot des ANKÖ, vom Download der Ausschreibungsunterlagen, über die Abgabe von elektronischen Angeboten bis zur Bereitstellung der Eignungsnachweise. Auftragnehmer müssen bei ihrer Bewerbung somit lediglich auf die Informationen in der LgU hinweisen, indem sie den Firmencode des ANKÖ angeben, anstatt die Eignungsnachweise einzeln einzureichen. In diesem Zusammenhang bietet der ANKÖ auch die Möglichkeit einer individuellen Führungsbestätigung. Unternehmen können dieses Zertifikat jederzeit als PDF herunterladen und beispielsweise auf ihrer Webseite veröffentlichen, um Auftraggebern ihre Erfahrungen mit öffentlichen Aufträgen zu signalisieren. Durch den ANKÖ-Nachweis bestätigen Bietende ihren Eintrag in der LgU und können sich einen Wettbewerbsvorteil sichern. Unzähligen IT-Schnittstellen stellen sicher, dass die Daten im Auftragnehmerkataster laufend aktuell sind und mit der App auch unterwegs abgerufen werden können.

ANKÖ-Kosten

Die Kosten bei der Anwendung des ANKÖ belaufen sich auf 69 bis 293 Euro pro Eintrag in die LgU, exklusive der Umsatzsteuer. Der genaue Preis bestimmt sich nach der Größe des Unternehmens. Die Kosten bestehen aus einem kleinen einmaligen Aufnahmebeitrag sowie einem Jahresbeitrag pro Nutzungsjahr, der sich nach der Zahl der Mitarbeitenden richtet. Außerdem können Kosten für Datenschutzauskünfte entstehen. Dabei ist eine Auskunft pro Jahr kostenlos und jede weitere wird mit einem festgelegten Betrag vergütet. Darüber hinaus können Kunden Abos abschließen, die unterschiedliche Leistungen anbieten. Darin werden der Zugang zum Vergabeportal, individuelle Suchprofile und Archivsuchen über den ANKÖ angeboten, jedoch haben Nutzer die Chance die Datenbank vorab für vier Wochen kostenlos zu testen. Die elektronische Abgabe von Angeboten ist zudem jederzeit kostenlos verfügbar.

DOCUmedia AT und ANKÖ im Vergleich

Der ANKÖ ist für Unternehmen eine sinnvolle Plattform, wenn es darum geht Eignungsnachweise unkompliziert für Auftraggeber verfügbar zu machen oder neue Projekte zu finden. Im Vergleich zum Auftragnehmerkataster Österreich bietet DOCUmedia AT Ihnen jedoch zusätzlichen Service. Durch Schulungen und Weiterbildungen erhalten Sie neuen Input für potentielle Ausschreibungen sowie Tipps und Tricks für Ihre bestmögliche Bewerbung. Bei Fragen und Anregungen können sie diese außerdem jederzeit in persönlichen Gesprächen mit ihrem individuellen Kundenbetreuer stellen. Damit ist DOCUmedia AT ein optimaler Full-Service Anbieter, der Unternehmen die Chance bietet neue Ausschreibungen mit individuellen Suchprofilen zu finden und sich darüber hinaus neue Kenntnisse anzueignen, die sich in zukünftigen Bewerbungsprozessen bewähren werden.

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