Zuschlagskriterien

Zuschlagskriterien in öffentlichen Ausschreibungen beschreiben zusammenhängende Kriterien, nach denen ein Angebot nach dem Bestbieterprinzip ermittelt wird.

Was sind Zuschlagskriterien bei öffentlichen Ausschreibungen?

Zuschlagskriterien sind auftragsbezogene Kriterien zur Auswertung von Angeboten bei öffentlichen Ausschreibungen. Sie helfen dabei, zu entscheiden, welches Angebot das wirtschaftlich und technisch günstigste ist und somit den Zuschlag erhalten soll.

Die Zuschlagskriterien sind in der Ausschreibung anzugeben. So wird für Bietende transparent gemacht, nach welchen Eigenschaften Leistungen gewertet werden – beispielsweise nach Preis, Qualität oder Betriebskosten. Durch Punkteanzahlen oder prozentuale Anteile wird die Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien in einer Bewertungsmatrix festgelegt.

Bestbieterprinzip oder Billigstbieterprinzip?

Grundsätzlich kommen mehrere Zuschlagskriterien ins Spiel, wenn das Bestbieterprinzip greift – das heißt, bei der Zuschlagserteilung werden, neben dem Preis, auch andere Aspekte berücksichtigt. Bei Bauaufträgen ist das Bestbieterprinzip ab 1 Million Euro oder bei funktionalen Leistungsbeschreibungen verpflichtend.

Ist der Preis das alleinige Zuschlagskriterium, handelt es sich um das Billigstbieterprinzip. Dieses wird angewendet, wenn die Qualität der Leistung eindeutig beschreibbar ist oder keine qualitativen Unterschiede zwischen Angeboten zu erwarten sind.

Welche Zuschlagkriterien gibt es?

Es gibt eine große Auswahl an Zuschlagskriterien, die in einer öffentlichen Ausschreibung vermerkt werden können. Neben dem Preis gibt es ökonomische, soziale, ökologische oder technische Zuschlagskriterien:

Wirtschaftliche Kriterien

  • Fachliche Qualifikationen von Mitarbeitenden, wie durch Berufserfahrung oder Schulungen
  • Reaktionszeit bei Wartungen oder bei Störungen

Ökologische Kriterien

  • Verringerung von Transportwegen zur reduzierten Umweltbelastung
  • Technische Ausstattung von Fahrzeugen zur Emissionsreduktion

Soziale Kriterien

  • Beschäftigung von Arbeitnehmenden ab 50 Jahren
  • Beschäftigung von Lehrlingen

Technische Kriterien

  • Bauzeitverkürzungen durch technische Hilfsmittel
  • Innovative Aspekte

Alle Zuschlagskriterien finden sich im Bestbieterkriterien-Katalog der Österreichischen Wirtschaftskammer.

Beispiel für Zuschlagskriterien in einer Ausschreibung

Der Auftraggeber schreibt die Lieferung von kommunalen Geräteträgern aus. Die verschiedenen Zuschlagskriterien listet er im Bekanntmachungstext auf:

  • Lieferzeit – Gewichtung von 10 Prozent
  • Service – Gewichtung von 20 Prozent
  • Technik – Gewichtung von 30 Prozent
  • Preis – Gewichtung von 40 Prozent

Was ist der Unterschied zwischen Zuschlagskriterien und Eignungskriterien?

Zuschlagskriterien bilden die Basis zur Selektion des besten Angebots – während Eignungskriterien die Mindestanforderungen an ein Unternehmen darstellen, um an einer Ausschreibung teilnehmen zu können.

Zuschlagskriterien

Eignungskriterien

Kriterien zur Bewertung der Leistung

Nachweise über allgemeine Befugnis zur Berufsausübung, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit

Angebotsbezogene Kriterien

Unternehmensbezogene Kriterien

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